Landesmittel für Klassenfahrten werden nicht ausgeschöpft
15 Jun
Gemeinnützige Jugendübernachtungsstätten erleiden Nachfrageverluste
Die im Landeshaushalt eingeplanten Mittel zur Durchführung von Klassenfahrten werden bei weitem nicht ausgeschöpft, so ein aktueller Bericht aus dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern. Gleichzeitig beklagen Lehrer die eingeschränkten Planungsmöglichkeiten durch begrenzt zur Verfügung stehende Budgets für ihre Reisekosten. Die Verwaltungsvorschrift „Lernen am anderen Ort“ regelt das Planungs- und Genehmigungsverfahren für Schulfahrten. Regelmäßig nicht ausgeschöpfte Mittel führen aktuell zu einem Überschuss, der zum Zeitpunkt Mai 2017 in Summe mehr als 1 Mio. Euro misst. Ergo werden deutlich weniger Schulfahrten durchgeführt als laut Verwaltungsvorschrift und Landesmittel eigentlich vorgesehen. „Das System offenbart Schwächen, die den Markt für Schulfahrten in Mecklenburg-Vorpommern behindern. Wir fordern eine Stärkung der außerschulischen Bildung, in der die Initiative von Lehrern und Schule mehr Wertschätzung und Umsetzbarkeit erfährt. Nur so können die gemeinnützigen Träger wie das Deutsche Jugendherbergswerk ihren auf Gemeinwohl ausgerichteten Zweckbetrieb erfüllen“ so Kai-Michael Stybel, Vorstandsvorsitzender des DJH-Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern.
Das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH) ist der größte gemeinnützige Anbieter für Kinder- und Jugendreisen und damit für Schulfahrten in Mecklenburg-Vorpommern. Auf der morgigen Mitgliederversammlung zieht der DJH-Landesverband vor seinen Mitgliedern Bilanz und verweist auf konsolidierte Übernachtungszahlen. Der Nachholbedarf ist erkannt, um die Wettbewerbsfähigkeit der Jugendherbergen in Mecklenburg-Vorpommern zu stärken. Im Jahr 2016 wurden 3,2 Mio. Euro in die Sanierung der Jugendherbergen im Land investiert und sind neue, innovative Angebote für das außerschulische Lernen in Jugendherbergen entwickelt worden. So wurde ganz neu und eigens für das DJH das umweltpädagogische Programm „OstseeKiste“ entwickelt, das fernab des Klassenzimmers anhand von Experimenten, Forschungsaufträgen und GPS-Touren die Bedeutung des weltumspannenden Ökosystems Ozean vermittelt. Gerade die Aspekte der Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) verlangen pädagogisch motivierte Klassenfahrten, die auf unkomplizierte und unbefangene Art und Weise den Horizont der Schüler erweitern. Gleichzeitig kann seit Jahren festgestellt werden, dass die dem satzungsgemäßen Zweckbetrieb unterliegenden inhaltlichen Programme wie das der OstseeKiste schlechter nachgefragt werden als freizeitorientierte Angebote. Das könnte unter anderem an der mangelnden verbindlichen Einforderung des nonformalen, außerschulischen Lernens liegen. Verkomplizierte Verfahren wie das Abrechnungsprozedere der Reisekosten und unterschiedliche Kenntnisstände in Sachen Budgets bei Schulen und Lehrern verschärfen diese Tendenz. Am Ende sind es die Kinder und Jugendlichen in Mecklenburg-Vorpommern, denen die wertvolle Erfahrung des Lernens am anderen Ort und außerhalb des Klassenzimmers durch verkomplizierte Verwaltungsvorschriften verwehrt wird.
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